28.9.06

Lautes Röhren ...


... vom Waldrand her bekommen die Gartenbewohner nicht jede Saison zu hören - warum die Hirschbrunft mal hier, mal dort stattfindet, läßt sich nur mutmaßen - in diesem Jahr scheint es eher andernorts heiß herzugehen. Der Gärtner meint, er hätte einmal nach Sonnenaufgang deutlich einen Hirsch vernehmen können.

22.9.06

Klein, aber nicht zu überhören ...




... sind unter den Gartenbewohnern im Hoch- und Spätsommer die Laubfrösche. Manchmal möchte man geradezu von Lärm sprechen. Aus den Brombeeren oder aus der Hecke tönt es mitunter gewaltig, wobei sich der Gärtner schwer tut damit, den Ruf näher zu beschreiben.

Von anderer Seite wird er so charakterisiert: "eine schnelle Abfolge von "Äpp...Äpp...Äpp."

Nicht verkehrt, meint der Gärtner, aber doch nur sehr annähernd. Wer nicht weiß, wer sich da bemerkbar macht, denkt wohl eher an einen Vogel als an einen Lurch. Der Laubfrosch spielt auch eher das Schlagzeug als ein Blasinstrument ...

Jedenfalls sollen die nur streichholzschachtelgroßen Laubfrösche dabei eine Lautstärke von bis zu 90 dB erreichen und kilometerweit zu hören sein. Für den Garten reicht es alle Male.

17.9.06

Zur Bereitung von Apfelgelee ...


... hat die Gärtnerin den folgenden Rat parat:

Beim Verhältnis Saft zu Zucker nicht blind der Zuckerpackung glauben, sondern etwas mehr Zucker nehmen als dort angegeben. Sonst läßt sich das Ergebnis nur sehr dünn auf das Brot oder Brötchen auftragen und die Schwerkraft zeigt rasch ihre Wirkung ...

12.9.06

Zur Methodik und Ästhetik der Apfelernte


... lassen sich zweifelsohne eine Menge Betrachtungen anstellen ~

Und man muß für möglich halten, Manches an Wissen und Technik ist uns verloren gegangen, seit es die Äpfel auch im Supermarkt und aus Übersee gibt ...

Voller Äpfel hängt die Welt ...


Jedenfalls hier auf dem Land in Vorpommern. Die Gärtnerin liebt von allen Gelées am meisten solches aus Äpfeln. Das letzte Glas davon ist jedoch schon vor Wochen geleert worden. Weshalb der Gärtner die neueste Errungenschaft der Gärtnerin - eigentlich gedacht für Kaminholz - gestern zur Dämmerung flugs gefüllt hat ... (Fortsetzung folgt)

11.9.06

Auch als Skulptur ...




... begegnen uns die beiden, und das recht spät in der Kunstgeschichte. Man möchte meinen, hier kommt das Bild vom Stab und der Weinrebe zum Tragen. Wobei das Werk, auch als "Hingabe" bekannt, zunächst einen anderen Namen getragen hat: Sakuntala. Die Geschichte hierzu spielt in der indischen Vorstellungswelt, dabei finden die Liebenden erst im Nirwana zueinander. Schöpferin ist Camille Claudel, bekannt als Schülerin, Muse und kongeniale Geliebte von Auguste Rodin.

Nachtrag: Vertumnus und Pomona

Eine alte Enzyklopädie weiß hierzu:

"Pomona, bey den Römern, die Göttinn der Gartenfrüchte. Priap und die Satyren stellten ihr nach. Sie verschloß aber ihren Garten. Ihr getreuer Liebhaber war Vertumnus. Er kam als Pflüger, als Schnitter, als Winzer zu ihr, und erhielt stets abschlägliche Antwort, bis er endlich als alte Frau sie überlistete, und sich dann in einen schönen Jüngling verwandelte."

Nachzureichen ist auch noch die Argumentation des Verehrers: so wie die Weinrebe eines Stabes bedarf, um sich hochranken und Früchte tragen zu können, so bedürfe Pomona des Vertumnus.

7.9.06

Das Liebespaar der Saison



Oder auch Patron und Patronesse dieses Blogs ...

So und so lassen sich die altrömischen Gottheiten Vertumnus und Pomona ansprechen.
In den kommenden Wochen wird daher noch öfter von ihnen die Rede sein. Saison haben sie insofern, als Pomona die Göttin der Gärten und der Früchte ist, und Vertumnus zuständig für die Jahreszeiten und das Veränderliche überhaupt ...

Die beiden waren je für sich oder als Paar über Jahrhunderte beliebte Gegenstände der bildenden Kunst. Zu zweit erscheinen sie meist als Gespann aus junger Frau und Greisin.
Was sich so erklärt: um der für Männer unnahbaren Pomona näher zu kommen, um Einlaß zu finden in ihren Garten, mußte Vertumnus seine männliche Gestalt aufgeben. Der alten Frau wurde der Zutritt nicht verwehrt ...

Über die tiefere Weisheit dieser Geschichte muß der Gärtner noch etwas nachdenken ~