26.10.06

Der Schatz der alten Försterei






Zu den Eigentümlichkeiten der Region gehört - und es gibt Welche, die sehen darin einen ihrer bedeutenden Vorzüge - sie wird von zusehends weniger Menschen bewohnt. Dicht bevölkert war sie nie. Daraus folgt, es fehlt nicht an aufgegebenen Hofstellen und Gärten. Diese zu erforschen kann so spannend wie lohnend sein.

So liegt nicht weit vom Garten entfernt verborgen hinter einer Waldkante eine alte Försterei. Dieser Tage sprach sogar jemand vom ehemaligen "Jagdschloß". Neben knorrigen uralten Eichen, Haselbüschen und vergreisten Weiden zeigen drei Apfelbäume an, dieser Ort war einmal bewohnt und in Kultur. Im Frühjahr finden sich dort unzählige Schneeglöckchen. Im Herbst tragen die Apfelbäume.

Wie hier schon angedeutet: die Gärtnerin schätzt das Gelee aus Äpfeln, der Gärtner spürt einen Hang zur Pomologie. Gestern war es soweit, die Sonne schien und die Äpfel an dem einen der drei Bäume hatten ihre "Genußreife" eben erreicht ...

24.10.06

Pfaffenhut und Pommernadler - Die Farbe Purpur II




Wenige Kilometer in Richtung Westen fließt die Recknitz dem Bodden entgegen. Links und rechts des Flusses, den man sich nicht schnur-
gerade vorstellen darf, liegen ausgedehnte Wiesen und Schilfgürtel. Das Ganze hört auf den Namen Recknitztal und steht nicht ohne Grund unter Naturschutz.

Lebensraum findet hier unter anderen der selten gewordene Pommernadler, wohl besser bekannt als Schreiadler. In Estland wird er auch Froschadler genannt, was auf seinen Speisezettel hindeutet. Tatsächlich jagt der Pommernadler gern zu Fuß und gezielt das, was im Feuchten kreucht.

Wo das Gelände wieder ansteigt, beginnt überwiegend der Wald. Am Waldessaum finden sich zahllose Sträucher, die in diesen Wochen mit purpurroten Früchten weithin leuchten. Der Botaniker kennt sie als "Gewöhnliche Spindelsträucher", ihrer Früchte wegen nennt er sie jedoch auch "Pfaffenhütchen" (...)

Der Gärtner kennt den Pfaffenhut aus dem wirklichen Leben nur aus Franken, als Kopfbedeckung des Brückenheiligen Nepomuk. Bekennender Bewohner und Kirchgänger des Nordens, trifft er nur selten auf Priester, geschweige denn Kardinäle, die als Pfaffenhut noch das Birett aufsetzen. Dennoch kann er sich über die Bezeichnung freuen, fast so sehr wie über das Bild der Früchte, die in großer Menge wirklich eine Farbenpracht abgeben, wie sie sich einer eher im Süden denkt. Tritt man den Sträuchern längs der Recknitz näher, entdeckt man mit etwas Glück einen der schon beschriebenen Laubfrösche. Die Verwandtschaft unseres Laubfrosches lebt ganz allgemein in den Tropen. Ein Hauch Tropisches erlebt so auch der Wanderer im Recknitztal an einem sonnigen Oktobertag.

Ach Ja, das Pfaffenhütchen ist die Giftplanze des Jahres.

21.10.06

Adieu Aconitum?



Was bedeutet die Ankunft des Gartenkindes für den Garten?

Die Gärtnerin hegt Pläne für eine Schaukel sondergleichen. Eine der Schaukel ebenbürtige Sandkiste ist sicher auch mit drin. Der Gärtner sieht vorher: die Frage des Standorts will ausgiebig beraten werden.

Wenn es nach der Gärtnerin geht, haben auch alle giftigen Pflanzen für einige Jahre zu weichen.

Kandidat Nummer Eins für die Verbannung ist der Eisenhut, eine Augenweide der letzten Wochen des Gartenjahres. Seine Giftigkeit ist in der Tat bewährter Stoff für Krimis und Legenden. Die Wikipedia berichtet, die alten Griechen verbanden ihn mit dem Geifer des Höllenhundes. In unseren Breiten war er wohl eher als Wolfsgift in Gebrauch. Ziegentod und Würgling sind Namen, die seiner giftigen Natur Rechnung tragen.

Wie aber erklärt sich die Bezeichnung Venuskutsche?
Eine Rococo-Phantasie?

Wie auch immer, nach einem Regenguß gestern brach die Sonne noch einmal durch, und das war dem Gärtner eine Aufnahme wert.

Frage: Bietet Wer dem Eisenhut ein Exil?

16.10.06

Hurra ...! Das Gartenkind ist da ...!


"Gärtnerin und Gärtner!

Was ist Euch im Garten und im Leben das Kostbarste?!"

"Liebe Gartenfreundin! Lieber Gartenfreund!

Das ist doch unbedingt das Gartenkind:
Johanna...!"

15.10.06

Gärtnern heißt Hoffen


Gärtnerin und Gärtner wissen: ob sich eine Hoffnung erfüllt, ob sich etwas Lebendiges auswächst wie gewünscht, liegt nur bedingt bei ihnen. Jedes Gedeihen bleibt zuletzt ein Wunder.

Im Lied von Matthias Claudius heißt es:
"doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand".

Für Gärtnerin und Gärtner fiel die Zeit des Erntedanks in diesem Jahr zusammen mit den letzten Tagen ihrer "Guten Hoffnung" (...)

Das mit diesem Eintrag eingestellte Bild - rund zwei Wochen alt - hält so auch das letzte Wochenende fest, an dem die beiden zwar ein Paar, aber noch keine Familie bilden.

2.10.06

(...)




Dazu macht sich gut ein Rosenapfel ...

Die Farbe Purpur ...



ist dabei nur eine der Verdächtigen für eine Verwirrung und Verzauberung der Sinne ...

Ein sicherer Weg, sich dem auszusetzen, ist das Sammeln und Verwerten von Holunderbeeren. Nicht zufällig heißen sie manchenorts auch Fliederbeeren. Daß der Flieder mit seinem Farbenspiel Pate steht bei dieser Namensgebung, leuchtet dem besonders sinnig ein, der nach dem Abschneiden der Dolden vom Strauch sich auch noch die Mühe macht die Beeren abzuzupfen. Der dabei entstehende Haufen aus "entbeerten" Zweiglein ist eine Augenweide, ein exquisites farbliches Genußmittel.

Warnung! Einen Farbenrausch ...


erster Güte kann sich holen, wer im Licht der fünften Jahreszeit im Garten und in der Feldflur die Augen aufmacht ...

Falls der Eindruck entsteht, die Gärtnersleute geraten ins Schwelgen, die Einträge daher bitte mit Nachsicht und Sympathie lesen. Bevor sich hier in Wort und Bild eine leichte Besoffenheit einstellt, deshalb noch ein Bild in Schwarz-Weiß zum Abgang des Sommers ...

1.10.06

Wenn sich der Nebel ...



... an einem Frühherbstmorgen auflöst in Abertausende von Tröpfchen und sich die Sonne schon spüren läßt, dann hat das seinen ganz eigenen Zauber. Dies mit der Kamera einzufangen muß für den Amateur wohl ein Versuch bleiben. Doch möchte die Gelegenheit günstig sein, zwei Gartenbewohner auf diesen Seiten einzuführen, die nicht allein helfen einen Teil des Rasens kurz zu halten, sondern die auch ungemein zur Stimmung beitragen.