12.12.06

Kommt die Kälte noch?


Oder etwa nicht ... Es heißt, die Ostsee sei zu warm. Doch womöglich gibt die Frage einen guten Anlaß her, um die Aufnahmen von Remo Savisaar zu würdigen und zu empfehlen. Rechts findet sich der Verweis unter "Augenweide Estland" ~

Dort ist es noch eine Runde wildromantischer als hier, mit Bären und Wölfen.

Ein Wiesel haben wir aber auch hier im Garten schon beobachtet ...

3.12.06

Zum Beispiel: die Doppellinde



Eines der Wahrzeichen des Gartens. Vor vierzehn Tagen trug sie - oder trug doch wenigstens eine der beiden - noch Gold. Jetzt stehen sie bloß.

16.11.06

Zum Sichentblättern ...








... war es jedenfalls ein idealer Tag!

Aber auch zum Holzhacken. Und die Gärtnerskleinfamilie ist zum Abendrot mit Hunden und Kinderwagen durch den Schloßpark gejuckelt ...

15.11.06

Sommer im November


Unwirklich, aber für morgen sind 20° Celsius in Aussicht gestellt worden ~

Und da es bisher auch kaum nennenswert gefroren hat (weshalb auch noch nicht alle Dahlien ausgegraben wurden) tragen viele Bäume auch noch ihre Blätter. Fast möchte einer behaupten, die Laubfärbung hat ihren Höhepunkt eben erst überschritten ...

Leichte Verwirrung hinsichtlich der Jahreszeiten muß auch den Gestalter der oben zu betrachtenden Postkarte aus sowjetischer Produktion heimgesucht haben, aber was soll´s - als Gruß an einem sommerlichen Novembertag mag sie taugen - und freundlich ist sie alle Male.

10.11.06

Die Nächte werden kalt ...

.


... auch wenn es einem tags für halbe oder ganze Stunden noch recht warm werden kann ~

Wohl denen, die nicht ganz verlassen sind und einen Taschenvorrat oder mehr zur Stärkung zur Hand haben. Gärtnerin und Gärtner (wirklich überhaupt keine Ähnlichkeit mit den dargestellten Pärchen) lassen beinahe allabendlich den Kamin brennen und haben damit begonnen, den Verzehr von Keksen & Co hochzufahren ...

7.11.06

Kraniche (und Gänse)





Unmöglich, in diesen Wochen vor die Tür zu treten, ohne laute Vogelrufe zu hören und Schwärme von bis zu Hunderten von Gänsen und Kranichen in der Luft und auf den Äckern ringsum wahr-
zunehmen. Unsere Gegend hier ist Durchzugsgebiet, Sammel- und sogar Schlafplatz und - wie´s scheint - Schlaraffenland für diese eindrucksvollen Vögel.

Das weckt auch im Gärtner den Nils Holgersson.
Akka von Kebnekaise, Yksi, Kaksi, Kolme, Neljä, Viisi - ich werde Euch nie vergessen - Guten Flug und kommt heil wieder!

Und Ihr Kraniche - Charaktervögel der Region - bleibt nicht zu lange fort ... den ersten von Euch habe ich Mitte März rufen hören im nahen Wald, als noch eine Schneedecke lag.

Wissenswertes und Angaben zum Kranichinformationszentrum nicht weit von hier:

www.kraniche.de

6.11.06

Äpfel in Vorpommern ...




... gibt es natürlich noch viele, die zu erwähnen und zu beschreiben sich lohnt. Als Stellvertreter sei hier zuerst noch ein Quartett gezeigt, das der Gärtner aus zwei Pfarrgärten der Umgebung zusammengetragen hat, Augenweiden allesamt.

Einer dieser Gottesgärten - der Pfarrgarten in Starkow, ein Sehn-
suchtsort und eine Empfehlung des Gärtners zu allen Jahreszeiten - läßt sich auch im Netz besuchen:

http://www.backstein-geist-garten.de/

Dort findet sich unter anderen auch der Pommersche Krummstiel.

"Rother Liebesapfel" und "Calville de Dantzick"




Das sind zwei der alten Bezeichnungen für die Äpfel aus dem verwunschenen Förstergarten. Heute gebräuchlich ist der Sortenname "Danziger Kantapfel". Die Sorte ist seit Jahrhunderten bekannt und weit verbreitet, zumal im Norden.

Die Färbung der Schale beschreibt die Deutsche Pomologie wie folgt: "Grundfarbe grünlich gelb, auf der Sonnenseite, oft auch auf der ganzen Frucht karmoisinroth verwaschen, geflammt und gefleckt. In feuchten Jahren sieht man bei besonnten Früchten fast gar nichts von der Grundfarbe". Feucht war dies Jahr nun wirklich nicht, der Effekt ließ sich eindrucksvoll aber auch am bewußten Baum beobachten.

Das Fleisch wird an selber Stelle so beschrieben: "Weisslich gelb, fein, weich, saftig, von gewürzhaftem, weinsäuerlichem Zuckergeschmacke".

Was den Gärtner dazu verleitet hat, eine größere Charge sorten-
reines Gelée zu bereiten. Der Erfolg möchte es rechtfertigen, hierfür erstmals Etiketten aufzulegen ...

26.10.06

Der Schatz der alten Försterei






Zu den Eigentümlichkeiten der Region gehört - und es gibt Welche, die sehen darin einen ihrer bedeutenden Vorzüge - sie wird von zusehends weniger Menschen bewohnt. Dicht bevölkert war sie nie. Daraus folgt, es fehlt nicht an aufgegebenen Hofstellen und Gärten. Diese zu erforschen kann so spannend wie lohnend sein.

So liegt nicht weit vom Garten entfernt verborgen hinter einer Waldkante eine alte Försterei. Dieser Tage sprach sogar jemand vom ehemaligen "Jagdschloß". Neben knorrigen uralten Eichen, Haselbüschen und vergreisten Weiden zeigen drei Apfelbäume an, dieser Ort war einmal bewohnt und in Kultur. Im Frühjahr finden sich dort unzählige Schneeglöckchen. Im Herbst tragen die Apfelbäume.

Wie hier schon angedeutet: die Gärtnerin schätzt das Gelee aus Äpfeln, der Gärtner spürt einen Hang zur Pomologie. Gestern war es soweit, die Sonne schien und die Äpfel an dem einen der drei Bäume hatten ihre "Genußreife" eben erreicht ...

24.10.06

Pfaffenhut und Pommernadler - Die Farbe Purpur II




Wenige Kilometer in Richtung Westen fließt die Recknitz dem Bodden entgegen. Links und rechts des Flusses, den man sich nicht schnur-
gerade vorstellen darf, liegen ausgedehnte Wiesen und Schilfgürtel. Das Ganze hört auf den Namen Recknitztal und steht nicht ohne Grund unter Naturschutz.

Lebensraum findet hier unter anderen der selten gewordene Pommernadler, wohl besser bekannt als Schreiadler. In Estland wird er auch Froschadler genannt, was auf seinen Speisezettel hindeutet. Tatsächlich jagt der Pommernadler gern zu Fuß und gezielt das, was im Feuchten kreucht.

Wo das Gelände wieder ansteigt, beginnt überwiegend der Wald. Am Waldessaum finden sich zahllose Sträucher, die in diesen Wochen mit purpurroten Früchten weithin leuchten. Der Botaniker kennt sie als "Gewöhnliche Spindelsträucher", ihrer Früchte wegen nennt er sie jedoch auch "Pfaffenhütchen" (...)

Der Gärtner kennt den Pfaffenhut aus dem wirklichen Leben nur aus Franken, als Kopfbedeckung des Brückenheiligen Nepomuk. Bekennender Bewohner und Kirchgänger des Nordens, trifft er nur selten auf Priester, geschweige denn Kardinäle, die als Pfaffenhut noch das Birett aufsetzen. Dennoch kann er sich über die Bezeichnung freuen, fast so sehr wie über das Bild der Früchte, die in großer Menge wirklich eine Farbenpracht abgeben, wie sie sich einer eher im Süden denkt. Tritt man den Sträuchern längs der Recknitz näher, entdeckt man mit etwas Glück einen der schon beschriebenen Laubfrösche. Die Verwandtschaft unseres Laubfrosches lebt ganz allgemein in den Tropen. Ein Hauch Tropisches erlebt so auch der Wanderer im Recknitztal an einem sonnigen Oktobertag.

Ach Ja, das Pfaffenhütchen ist die Giftplanze des Jahres.

21.10.06

Adieu Aconitum?



Was bedeutet die Ankunft des Gartenkindes für den Garten?

Die Gärtnerin hegt Pläne für eine Schaukel sondergleichen. Eine der Schaukel ebenbürtige Sandkiste ist sicher auch mit drin. Der Gärtner sieht vorher: die Frage des Standorts will ausgiebig beraten werden.

Wenn es nach der Gärtnerin geht, haben auch alle giftigen Pflanzen für einige Jahre zu weichen.

Kandidat Nummer Eins für die Verbannung ist der Eisenhut, eine Augenweide der letzten Wochen des Gartenjahres. Seine Giftigkeit ist in der Tat bewährter Stoff für Krimis und Legenden. Die Wikipedia berichtet, die alten Griechen verbanden ihn mit dem Geifer des Höllenhundes. In unseren Breiten war er wohl eher als Wolfsgift in Gebrauch. Ziegentod und Würgling sind Namen, die seiner giftigen Natur Rechnung tragen.

Wie aber erklärt sich die Bezeichnung Venuskutsche?
Eine Rococo-Phantasie?

Wie auch immer, nach einem Regenguß gestern brach die Sonne noch einmal durch, und das war dem Gärtner eine Aufnahme wert.

Frage: Bietet Wer dem Eisenhut ein Exil?

16.10.06

Hurra ...! Das Gartenkind ist da ...!


"Gärtnerin und Gärtner!

Was ist Euch im Garten und im Leben das Kostbarste?!"

"Liebe Gartenfreundin! Lieber Gartenfreund!

Das ist doch unbedingt das Gartenkind:
Johanna...!"

15.10.06

Gärtnern heißt Hoffen


Gärtnerin und Gärtner wissen: ob sich eine Hoffnung erfüllt, ob sich etwas Lebendiges auswächst wie gewünscht, liegt nur bedingt bei ihnen. Jedes Gedeihen bleibt zuletzt ein Wunder.

Im Lied von Matthias Claudius heißt es:
"doch Wachstum und Gedeihen steht in des Himmels Hand".

Für Gärtnerin und Gärtner fiel die Zeit des Erntedanks in diesem Jahr zusammen mit den letzten Tagen ihrer "Guten Hoffnung" (...)

Das mit diesem Eintrag eingestellte Bild - rund zwei Wochen alt - hält so auch das letzte Wochenende fest, an dem die beiden zwar ein Paar, aber noch keine Familie bilden.

2.10.06

(...)




Dazu macht sich gut ein Rosenapfel ...

Die Farbe Purpur ...



ist dabei nur eine der Verdächtigen für eine Verwirrung und Verzauberung der Sinne ...

Ein sicherer Weg, sich dem auszusetzen, ist das Sammeln und Verwerten von Holunderbeeren. Nicht zufällig heißen sie manchenorts auch Fliederbeeren. Daß der Flieder mit seinem Farbenspiel Pate steht bei dieser Namensgebung, leuchtet dem besonders sinnig ein, der nach dem Abschneiden der Dolden vom Strauch sich auch noch die Mühe macht die Beeren abzuzupfen. Der dabei entstehende Haufen aus "entbeerten" Zweiglein ist eine Augenweide, ein exquisites farbliches Genußmittel.

Warnung! Einen Farbenrausch ...


erster Güte kann sich holen, wer im Licht der fünften Jahreszeit im Garten und in der Feldflur die Augen aufmacht ...

Falls der Eindruck entsteht, die Gärtnersleute geraten ins Schwelgen, die Einträge daher bitte mit Nachsicht und Sympathie lesen. Bevor sich hier in Wort und Bild eine leichte Besoffenheit einstellt, deshalb noch ein Bild in Schwarz-Weiß zum Abgang des Sommers ...

1.10.06

Wenn sich der Nebel ...



... an einem Frühherbstmorgen auflöst in Abertausende von Tröpfchen und sich die Sonne schon spüren läßt, dann hat das seinen ganz eigenen Zauber. Dies mit der Kamera einzufangen muß für den Amateur wohl ein Versuch bleiben. Doch möchte die Gelegenheit günstig sein, zwei Gartenbewohner auf diesen Seiten einzuführen, die nicht allein helfen einen Teil des Rasens kurz zu halten, sondern die auch ungemein zur Stimmung beitragen.

28.9.06

Lautes Röhren ...


... vom Waldrand her bekommen die Gartenbewohner nicht jede Saison zu hören - warum die Hirschbrunft mal hier, mal dort stattfindet, läßt sich nur mutmaßen - in diesem Jahr scheint es eher andernorts heiß herzugehen. Der Gärtner meint, er hätte einmal nach Sonnenaufgang deutlich einen Hirsch vernehmen können.

22.9.06

Klein, aber nicht zu überhören ...




... sind unter den Gartenbewohnern im Hoch- und Spätsommer die Laubfrösche. Manchmal möchte man geradezu von Lärm sprechen. Aus den Brombeeren oder aus der Hecke tönt es mitunter gewaltig, wobei sich der Gärtner schwer tut damit, den Ruf näher zu beschreiben.

Von anderer Seite wird er so charakterisiert: "eine schnelle Abfolge von "Äpp...Äpp...Äpp."

Nicht verkehrt, meint der Gärtner, aber doch nur sehr annähernd. Wer nicht weiß, wer sich da bemerkbar macht, denkt wohl eher an einen Vogel als an einen Lurch. Der Laubfrosch spielt auch eher das Schlagzeug als ein Blasinstrument ...

Jedenfalls sollen die nur streichholzschachtelgroßen Laubfrösche dabei eine Lautstärke von bis zu 90 dB erreichen und kilometerweit zu hören sein. Für den Garten reicht es alle Male.

17.9.06

Zur Bereitung von Apfelgelee ...


... hat die Gärtnerin den folgenden Rat parat:

Beim Verhältnis Saft zu Zucker nicht blind der Zuckerpackung glauben, sondern etwas mehr Zucker nehmen als dort angegeben. Sonst läßt sich das Ergebnis nur sehr dünn auf das Brot oder Brötchen auftragen und die Schwerkraft zeigt rasch ihre Wirkung ...

12.9.06

Zur Methodik und Ästhetik der Apfelernte


... lassen sich zweifelsohne eine Menge Betrachtungen anstellen ~

Und man muß für möglich halten, Manches an Wissen und Technik ist uns verloren gegangen, seit es die Äpfel auch im Supermarkt und aus Übersee gibt ...

Voller Äpfel hängt die Welt ...


Jedenfalls hier auf dem Land in Vorpommern. Die Gärtnerin liebt von allen Gelées am meisten solches aus Äpfeln. Das letzte Glas davon ist jedoch schon vor Wochen geleert worden. Weshalb der Gärtner die neueste Errungenschaft der Gärtnerin - eigentlich gedacht für Kaminholz - gestern zur Dämmerung flugs gefüllt hat ... (Fortsetzung folgt)

11.9.06

Auch als Skulptur ...




... begegnen uns die beiden, und das recht spät in der Kunstgeschichte. Man möchte meinen, hier kommt das Bild vom Stab und der Weinrebe zum Tragen. Wobei das Werk, auch als "Hingabe" bekannt, zunächst einen anderen Namen getragen hat: Sakuntala. Die Geschichte hierzu spielt in der indischen Vorstellungswelt, dabei finden die Liebenden erst im Nirwana zueinander. Schöpferin ist Camille Claudel, bekannt als Schülerin, Muse und kongeniale Geliebte von Auguste Rodin.

Nachtrag: Vertumnus und Pomona

Eine alte Enzyklopädie weiß hierzu:

"Pomona, bey den Römern, die Göttinn der Gartenfrüchte. Priap und die Satyren stellten ihr nach. Sie verschloß aber ihren Garten. Ihr getreuer Liebhaber war Vertumnus. Er kam als Pflüger, als Schnitter, als Winzer zu ihr, und erhielt stets abschlägliche Antwort, bis er endlich als alte Frau sie überlistete, und sich dann in einen schönen Jüngling verwandelte."

Nachzureichen ist auch noch die Argumentation des Verehrers: so wie die Weinrebe eines Stabes bedarf, um sich hochranken und Früchte tragen zu können, so bedürfe Pomona des Vertumnus.

7.9.06

Das Liebespaar der Saison



Oder auch Patron und Patronesse dieses Blogs ...

So und so lassen sich die altrömischen Gottheiten Vertumnus und Pomona ansprechen.
In den kommenden Wochen wird daher noch öfter von ihnen die Rede sein. Saison haben sie insofern, als Pomona die Göttin der Gärten und der Früchte ist, und Vertumnus zuständig für die Jahreszeiten und das Veränderliche überhaupt ...

Die beiden waren je für sich oder als Paar über Jahrhunderte beliebte Gegenstände der bildenden Kunst. Zu zweit erscheinen sie meist als Gespann aus junger Frau und Greisin.
Was sich so erklärt: um der für Männer unnahbaren Pomona näher zu kommen, um Einlaß zu finden in ihren Garten, mußte Vertumnus seine männliche Gestalt aufgeben. Der alten Frau wurde der Zutritt nicht verwehrt ...

Über die tiefere Weisheit dieser Geschichte muß der Gärtner noch etwas nachdenken ~